Die Wahl des richtigen LNBs ist entscheidend für den Empfang von Satellitenfernsehen in bestmöglicher Qualität. Ob du neue Anschaffungen planst oder deine bestehende Anlage optimieren möchtest, die spezifischen Anforderungen deines Satelliten und deiner Empfangssituation bestimmen maßgeblich die richtige Entscheidung für ein Universal-LNB, ein Twin-LNB, ein Quattro-LNB oder ein spezielles Modell.
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Grundlagen des LNBs: Was du wissen musst
Ein LNB (Low Noise Block) ist das Herzstück jeder Satellitenempfangsanlage. Es sitzt am Ende des LNB-Arms deiner Satellitenschüssel und hat die Aufgabe, die schwachen Satellitensignale, die von der Schüssel reflektiert werden, zu empfangen, zu verstärken und in ein Signal umzuwandeln, das von deinem Receiver verarbeitet werden kann. Dabei spielt die Qualität des LNBs eine wesentliche Rolle für die Bild- und Tonqualität.
Wie ein LNB funktioniert
Satelliten senden ihre Programme auf verschiedenen Frequenzbändern aus. Diese Signale sind auf ihrem langen Weg zur Erde sehr schwach. Das LNB fängt diese Signale mit einem Hornantennenteil auf. Im Inneren des LNBs findet dann die eigentliche Arbeit statt:
- Rauschunterdrückung: Ein rauscharmer Verstärker minimiert störende Hintergrundgeräusche, um das eigentliche Satellitensignal hervorzuheben.
- Frequenzumsetzung: Die sehr hohen Empfangsfrequenzen des Satelliten (im GHz-Bereich) werden in einen niedrigeren Frequenzbereich (den sogenannten Zwischenfrequenzbereich, ZF) umgewandelt. Dies ermöglicht die Übertragung über das Koaxialkabel zum Receiver ohne größere Verluste.
- Polarisationsumschaltung: Satellitenprogramme werden entweder horizontal oder vertikal polarisiert ausgestrahlt. Das LNB muss in der Lage sein, zwischen diesen beiden Polarisationen umzuschalten, was in der Regel durch eine Spannungsänderung über das Koaxialkabel zum LNB gesteuert wird.
Arten von LNBs: Welche Unterschiede gibt es?
Es gibt verschiedene LNB-Typen, die sich in ihrer Funktionalität und Anschlussmöglichkeit unterscheiden. Die Wahl hängt maßgeblich davon ab, wie viele Receiver du betreiben möchtest und welche Satelliten du empfangen willst.
Universal-LNB
Das Universal-LNB ist der am weitesten verbreitete LNB-Typ und für die meisten Satellitenpositionen, wie Astra 19,2° Ost oder Hotbird 13° Ost, geeignet. Es deckt sowohl das Low-Band (950-1950 MHz) als auch das High-Band (1100-2150 MHz) ab und ermöglicht die gleichzeitige Umschaltung zwischen horizontaler und vertikaler Polarisation.
- Anschlüsse: Ein Universal-LNB hat in der Regel einen oder zwei Ausgänge.
- Einsatzbereich: Ideal für den Anschluss eines einzelnen Receivers oder eines Fernsehers mit integriertem Satelliten-Tuner.
Twin-LNB
Ein Twin-LNB verfügt über zwei unabhängige Ausgänge. Jeder dieser Ausgänge versorgt einen Receiver oder einen Fernseher mit einem eigenen Satellitensignal.
- Anschlüsse: Zwei Ausgänge.
- Einsatzbereich: Perfekt für Haushalte, in denen mehrere Personen gleichzeitig unterschiedliche Programme auf verschiedenen Geräten schauen möchten. Jeder Receiver kann unabhängig voneinander Programme auf unterschiedlichen Transpondern und Polarisationen empfangen.
Quad-LNB
Das Quad-LNB ist ähnlich dem Twin-LNB, bietet aber vier unabhängige Ausgänge. Diese sind oft für den Anschluss von vier einzelnen Receivern gedacht.
- Anschlüsse: Vier Ausgänge.
- Einsatzbereich: Geeignet für größere Haushalte oder wenn du vorhast, deine Satellitenanlage um weitere Empfangsgeräte zu erweitern.
Quattro-LNB
Ein Quattro-LNB ist für den Anschluss an Multischalter-Anlagen konzipiert. Es verfügt über vier Ausgänge, die jedoch nicht unabhängig voneinander schaltbar sind. Stattdessen liefert jeder Ausgang ein festes Signal für eine bestimmte Kombination aus Polarisation und Frequenzband: Low Vertical, Low Horizontal, High Vertical, High Horizontal.
- Anschlüsse: Vier Ausgänge, die speziell für den Anschluss an einen Multischalter bestimmt sind.
- Einsatzbereich: Unerlässlich für gemeinschaftliche Satellitenanlagen (z.B. in Mehrfamilienhäusern), die über einen Multischalter verteilt werden. Ein einzelner Quattro-LNB kann die Signale für bis zu 128 Teilnehmer (je nach Multischalter) bereitstellen. Nicht für den direkten Anschluss an mehrere Receiver geeignet.
Monoblock-LNB
Ein Monoblock-LNB ist eine praktische Lösung, wenn du zwei Satelliten gleichzeitig empfangen möchtest, die relativ nah beieinander am Himmel stehen. Diese LNBs haben mehrere Feedhörner und sind bereits so konfiguriert, dass sie Signale von zwei Satellitenpositionen empfangen können. Sie sind ideal für den Empfang von zwei populären Satellitenkombinationen wie Astra 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost.
- Anschlüsse: Üblicherweise ein oder zwei Ausgänge, je nach Modell.
- Einsatzbereich: Wenn du Programme von zwei Satelliten (z.B. deutsche und internationale Sender) ohne die Notwendigkeit einer zweiten Satellitenschüssel empfangen möchtest.
LNB mit integriertem Unicable/SCR-System
Für moderne Satellitenanlagen, insbesondere in Mehrfamilienhäusern oder wenn nur ein einziges Kabel vom Dach zum Receiver verlegt werden kann, sind Unicable-LNBs (auch SCR – Satellite Channel Router – genannt) die Lösung. Sie nutzen ein spezielles Übertragungsprotokoll, bei dem jeder Receiver eine eigene, eindeutige Frequenz zugewiesen bekommt. So können über ein einziges Koaxialkabel bis zu 32 Receiver (oder mehr, je nach LNB) gleichzeitig versorgt werden.
- Anschlüsse: Ein Hauptausgang, der mit einem Verteilsystem oder direkt mit dem Receiver verbunden wird.
- Einsatzbereich: Ideal für die Nachrüstung von Satellitenfernsehen in bestehenden Gebäuden, wo die Verlegung mehrerer Kabel schwierig ist, oder für moderne, effiziente Anlagen. Benötigt einen Unicable-fähigen Receiver.
Wichtige technische Merkmale eines LNBs
Neben der reinen Anzahl der Ausgänge gibt es weitere technische Spezifikationen, die bei der Auswahl des richtigen LNBs eine Rolle spielen.
Rauschmaß (Noise Figure)
Das Rauschmaß gibt an, wie viel Rauschen das LNB selbst zum Satellitensignal hinzufügt. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist die Signalqualität, insbesondere bei schwächeren Transpondern oder schlechteren Wetterbedingungen. Werte von 0,1 dB oder 0,2 dB sind heute Standard für qualitativ hochwertige LNBs.
Verstärkung (Gain)
Die Verstärkung gibt an, wie stark das LNB das empfangene Signal verstärkt. Eine höhere Verstärkung kann bei sehr schwachen Signalen hilfreich sein, allerdings kann eine zu hohe Verstärkung auch unerwünschte Störsignale mitverstärken. Ein ausgewogenes Verhältnis ist hier entscheidend.
Frequenzbereich (Lo Freq, Hi Freq)
Ein Universal-LNB muss beide Frequenzbänder (Low Band und High Band) abdecken. Die genauen Frequenzbereiche sind standardisiert, aber es ist gut zu wissen, dass der LNB alle relevanten Frequenzen empfangen und umsetzen kann.
Isolation
Die Isolation beschreibt die Trennung zwischen den beiden Polarisationen (horizontal und vertikal) sowie zwischen Low und High Band. Eine hohe Isolation verhindert Signalübersprechen und sorgt für eine klare Trennung der einzelnen Kanäle.
Auswahl des richtigen LNBs: Schritt für Schritt
Um das für dich passende LNB zu finden, solltest du folgende Fragen beantworten:
1. Wie viele Receiver möchtest du anschließen?
Dies ist die wichtigste Frage.
- Ein Receiver: Ein Single- oder Twin-LNB reicht aus. Ein Twin-LNB ist zukunftssicherer, falls du doch mal einen zweiten Receiver anschließen möchtest.
- Zwei Receiver: Ein Twin-LNB ist die Mindestanforderung.
- Drei oder vier Receiver: Ein Quad-LNB ist die logische Wahl.
- Mehr als vier Receiver (ohne Multischalter): Hier wird es kompliziert und meist ist eine Umstellung auf Unicable oder eine professionelle Mehrteilnehmeranlage mit Multischalter notwendig.
- Gemeinschaftsanlage/Mehrfamilienhaus: Ein Quattro-LNB ist in Verbindung mit einem Multischalter zwingend erforderlich.
2. Welchen Satelliten möchtest du empfangen?
Für die gängigsten Positionen wie Astra 19,2° Ost oder Hotbird 13° Ost sind Universal-LNBs bestens geeignet. Wenn du zwei benachbarte Satelliten empfangen möchtest, ist ein Monoblock-LNB eine gute Option.
3. Wie ist deine Verkabelungssituation?
Hast du bereits mehrere Kabel vom Satellitenplatz zum Receiver verlegt? Oder ist nur ein Kabel verfügbar? Wenn nur ein Kabel vorhanden ist und du mehrere Receiver versorgen möchtest, ist ein Unicable-LNB die Lösung.
4. Welche Qualität erwartest du?
Ein niedrigeres Rauschmaß (z.B. 0,1 dB) ist immer von Vorteil, besonders bei schlechtem Wetter oder schwachen Transpondern. Achte auf renommierte Hersteller.
LNB-Übersichtstabelle
| LNB-Typ | Anzahl Ausgänge | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Single-LNB | 1 | Ein Receiver | Einfach, kostengünstig |
| Twin-LNB | 2 | Zwei Receiver oder ein Receiver mit Twin-Tuner | Paralleler Empfang auf zwei Geräten |
| Quad-LNB | 4 | Bis zu vier Receiver | Flexibel für mehrere Geräte |
| Quattro-LNB | 4 | Anschluss an Multischalter für Gemeinschaftsanlagen | Benötigt Multischalter, nicht direkt an Receiver |
| Monoblock-LNB | 1 oder 2 | Empfang von zwei Satelliten (z.B. Astra & Hotbird) | Kompakt, keine zweite Schüssel nötig |
| Unicable/SCR-LNB | 1 (mit Verteiler/Multischalter) | Mehrere Receiver über ein Kabel | Benötigt Unicable-fähige Receiver, ideal für Nachrüstung |
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welches LNB ist das richtige?
Kann ich ein Twin-LNB verwenden, wenn ich nur einen Receiver habe?
Ja, das ist problemlos möglich. Du nutzt einfach einen der beiden Ausgänge des Twin-LNBs für deinen einzelnen Receiver. Ein Twin-LNB ist oft eine gute Wahl, da es dir die Option offenlässt, später einen zweiten Receiver anzuschließen, ohne das LNB austauschen zu müssen.
Was bedeutet „Rauschmaß 0,1 dB“ genau?
Das Rauschmaß (Noise Figure) gibt an, wie stark das LNB selbst das empfangene Satellitensignal mit eigenem Rauschen belegt. Ein niedrigerer Wert bedeutet weniger Eigenrauschen und somit eine höhere Signalqualität. Werte von 0,1 dB sind aktuell ein Qualitätsmerkmal für hochwertige LNBs und sind besonders vorteilhaft bei schwachen Satellitensignalen oder ungünstigen Wetterbedingungen wie Regen.
Ich habe gehört, dass ich für einen Fernseher mit zwei Tunern (Twin-Tuner) ein Twin-LNB brauche. Stimmt das?
Genau, das ist korrekt. Ein Fernseher mit Twin-Tuner ermöglicht dir, eine Sendung aufzuzeichnen, während du eine andere schaust. Dafür benötigt jedes Programm einen eigenen Satellitenkanal. Ein Twin-LNB mit seinen zwei unabhängigen Ausgängen stellt sicher, dass beide Tuner des Fernsehers gleichzeitig mit dem benötigten Signal versorgt werden können.
Was ist der Unterschied zwischen einem Quad-LNB und einem Quattro-LNB?
Der Hauptunterschied liegt in der Art der Signalausgabe und dem Verwendungszweck. Ein Quad-LNB hat vier unabhängige Ausgänge, die direkt an bis zu vier Receiver angeschlossen werden können. Jeder Ausgang schaltet Polarisation und Frequenzband selbstständig. Ein Quattro-LNB hingegen hat vier Ausgänge, die jeweils für eine feste Kombination aus Polarisation und Frequenzband zuständig sind (Low-Vertikal, Low-Horizontal, High-Vertikal, High-Horizontal). Diese vier Ausgänge sind ausschließlich für den Anschluss an einen Multischalter bestimmt, der dann die Signale an beliebig viele Teilnehmer verteilt. Ein Quattro-LNB kann nicht direkt an vier einzelne Receiver angeschlossen werden.
Kann ich mit einem Monoblock-LNB auch drei Satelliten empfangen?
Standard-Monoblock-LNBs sind für den Empfang von genau zwei Satellitenpositionen ausgelegt, die relativ nah beieinander am Himmel stehen. Es gibt zwar spezialisierte LNBs, die theoretisch mehr Satelliten empfangen können, diese sind jedoch sehr komplex, teuer und erfordern oft eine präzisere Ausrichtung. Für den Empfang von mehr als zwei Satelliten ist in der Regel eine Mehrteilnehmeranlage mit einer größeren Satellitenschüssel (oder mehreren Schüsseln) und einem entsprechenden Multischalter die praktischere und zuverlässigere Lösung.
Worauf muss ich achten, wenn ich mein LNB durch ein Unicable-LNB ersetze?
Wenn du auf ein Unicable-System umsteigst, benötigst du nicht nur ein Unicable-LNB, sondern auch Unicable-fähige Receiver. Diese Receiver müssen in der Lage sein, eine eigene Frequenz über das System zu beziehen. Achte beim Kauf des LNBs auf die Anzahl der nutzbaren Userbänder (UB) – diese gibt an, wie viele Receiver unabhängig voneinander versorgt werden können (z.B. 4, 8, 16 oder 32 UB). Stelle sicher, dass die Kabellänge und die Qualität der Kabel für die Übertragung der Unicable-Signale geeignet sind.